Vom Vorsatz zur Handlung: Das Rubikon-Modell einfach erklärt
Shownotes
Warum wissen wir oft, was wir ändern sollten – tun es aber trotzdem nicht? In dieser Podcastfolge von "Mach dein Hobby zum Beruf" geht es um die psychologischen Prozesse hinter Entscheidungen und nachhaltiger Verhaltensänderung.
Wir erklären das Rubikon-Modell und das transtheoretische Modell und zeigen, … warum der Moment der Entscheidung entscheidend ist … wie du vom „Ich sollte“ ins „Ich mache“ kommst … welche Phasen jede Verhaltensänderung durchläuft … warum Rückschläge dazugehören … wie Selbstwirksamkeit und soziale Unterstützung dich langfristig stabilisieren
Diese Folge ist ideal für alle, die ihre Vorsätze nicht nur planen, sondern wirklich umsetzen und durchhalten wollen.
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Speaker 2: Speaker 2 Ultraverarbeitete Lebensmittel sind überall – in Supermärkten, in der Werbung und oft auch in unserem Alltag, in unserer Küche. Aber was steckt eigentlich wirklich dahinter? In dieser dreiteiligen Podcast-Serie sprechen wir über verarbeitete Lebensmittel, versteckten Zucker und Zusatzstoffe und darüber, was aktuelle Forschungsergebnisse für unsere Gesundheit bedeuten. Und damit auch herzlich willkommen zu einer neuen Folge «Mach Dein Hobby zum Beruf», dem Podcast der BSA-Akademie. Ich bin Ronja aus dem Marketing der BSA-Akademie und spreche heute mit Annika Dornberg. Gemeinsam ordnen wir ein, was ultraverarbeitete Lebensmittel überhaupt sind, warum sie so präsent sind und wie eine bewusste, alltagstaugliche Ernährung aussehen kann. Damit, hallo Annika, stell dich doch gerne einmal selbst noch kurz vor. Hallo Ronja, schön, dass wir heute zusammensitzen. Ja, mein Name ist Annika Dörnberg, ich bin Ökotrophologin, habe also Ernährungswissenschaften studiert und bin seit über 15 Jahren für die Hochschule tätig im Fachbereich Ernährung. Ja, dann habe ich ja die perfekte Ansprechpartnerin für das Thema verarbeitete Lebensmittel, Zucker, Zusatzstoff und alles, was dazugehört. Und damit fangen wir eigentlich auch direkt an. Annika, der Begriff ultraverarbeitete Lebensmittel taucht ja immer häufiger auf. Was genau, ja, versteht man denn eigentlich darunter? Ultraverarbeitet Lebensmittel ist der deutsche Begriff. Die werden als UPFs gekennzeichnet und das bedeutet eben Ultra-Processed Foods. Das sind also hochverarbeitet Lebensmittel, die industriell stark verarbeitet wurden und sehr viele Zutaten enthalten. Und oftmals sind die so stark verarbeitet, dass die über das, was wir in der eigenen Küche herstellen, darüber hinausgehen. Also da werden bestimmte Aromen verwendet, es werden Immugatoren verwendet, andere Zusatzstoffe verwendet.
Speaker 1: Speaker 1 Und im ersten Moment könnte man ja einordnen, dass das eben Lebens- Produkte sind, die schädlich sind für den Körper. Also sie sind nicht direkt giftig, aber sie können trotzdem in unserem Körper Prozesse bewirken, die nicht gesundheitsförderlich sind. Denn die Industrie verarbeitet diese Lebensmittel so hochgradig, dass sie eben extra lange haltbar sind. Gut äh... praktisch zubereitbar sind, also schnell zubereitbar sind und schmackhaft auch noch sind. Und typische Beispiele dafür können Süßigkeiten sein, es können Snacks sein, aber auch Softdrinks, Instantprodukte, Fertigprodukte zählen zu dieser Produkte der hoch verarbeiteten Lebensmittel. Darauf gehen wir jetzt auch genauer ein. Also du hast ja schon einen guten Überblick gegeben. Man kann sich ja selbst ein bisschen ein Bild davon machen, wenn man an verarbeitete Lebensmittel denkt. Die Tiefkühlpizza, die hat man schnell in den Ofen geschmissen zum Beispiel. Aber wie sieht das denn wissenschaftlich aus? wie wird das wissenschaftlich definiert? Wissenschaftlich beschreiben ultra-hoch verarbeitete Lebensmittel vor allem den Grad und die Art der Verarbeitung. Und es geht darum, dass Produkte aus veränderten Grundstoffen hergestellt werden und zusätzlich Stoffe enthalten, die vor allem Technologie oder Geschmackseffekte haben. Das habe ich ja eben schon gesagt, dazu gehören diese Emulgatoren, Verdickungsmittel, Süßstoffe, Aroma, Farbstoffe und auch andere bestimmte Zutaten. Und die werden über mehrere Verarbeitungsschritte miteinander kombiniert, eben eine längere Haltbarkeit, eine bestimmte Textur und einen bestimmten Geschmack zu erzielen. Und darüber hinaus, also mit diesem Verarbeitungsgrad, werden eben auch andere Stoffe verwendet. Sie enthalten oftmals sehr viel Zucker und sehr viel Fett. Und das macht es manchmal eben auch schwierig, einzuordnen, ob dieses Lebensmittel jetzt eben
Speaker 1: Speaker 1 förderlich ist für unsere Gesundheit oder vielleicht eher konträr einzuordnen ist. In dem Zusammenhang spricht man ja auch von der sogenannten Nova-Klassifikation. Vielleicht kannst du uns kurz erklären, was das bedeutet und was das eigentlich ist. Genau. Also die NOVA-Klassifikation ist ein System, das die Lebensmittel nach ihrem Verarbeitungsgrad in vier Gruppen einteilt. Gruppe 1 sind unverarbeitete oder minimal verarbeitete Lebensmittel. Dazu gehören eben Obst, Gemüse, Eier, Milch, Nüsse zum Beispiel. Die Gruppe 2, das sind verarbeitete kulinarische Zutaten. Dazu zählen Öle, Zucker, Salz und Butter. Und die dritte Gruppe, das ist die Kombination aus der Gruppe 1 und 2. Also wenn wir zum Beispiel Brot herstellen, haben wir eben das unverarbeitete Getreidekorn, was wir aber dann eben auch mit etwas Zucker und Salz versetzen müssen, um daraus ein Brot zu backen. Oder für die Käseherstellung, das wäre die Gruppe 3. Und die ultrahochverarbeiteten Lebensmittel, also unsere UPFs, die gehören in die Gruppe 4. Das sind eben die industriell hergestellten Produkte, die eben sehr, sehr stark verarbeitet wurden. Diese NOVA-Klassifikation wird in vielen Studien genutzt, weil man damit die Ernährungsweisen international besser vergleichen kann. Was wir aber da unterscheiden müssen, sie ist halt wie gesagt nur so eine Art Orientierungswerkzeug. Sie ist halt keine perfekte Gesundheitsampel oder an dem man sich so orientieren soll, sondern sie gibt immer nur vor, wie hoch der Verarbeitungsgrad ist und wir müssten uns immer das Lebensmittel anschauen. Was hat das für Nährstoffe enthalten und wie sieht das Essmuster der Person generell aus? auch hier spielt immer die Dosis macht das Gift. Essen wir viele hochverarbeitete Lebensmittel.
Speaker 1: Speaker 1 ist das natürlich sehr ungünstig, aber haben wir eine bedarfsgerechte, ausgewogene Ernährung und haben ab und zu mal hochverarbeitete Lebensmittel dabei, dann ist das wieder nicht relevant. Also von daher, da werden wir auch noch die nächsten Folgen drüber sprechen, macht das eben ganz großen Unterschied. Ja, vielleicht einfach auch für den Lion, der sich jetzt mit Zutatenlisten etc. nicht so auskennt oder im Alltag sich einfach leicht zurechtfinden möchte. Woran erkennt man denn im Alltag, dass ein Produkt hochverarbeitet ist? Also, ich meine, du hast ja schon gesagt, von der Nova-Klassifikation, da gibt es verschiedene Grade. Aber es gibt ja mittlerweile so viele verschiedene Lebensmittel und Produkte im Supermarkt. Wie erkennt man das denn im Alltag? Ja, diese NOVA-Klassifikation steht natürlich nicht drauf auf den Lebensmitteln. Die ist für uns, für Normalverbraucher so nicht erkennbar. Aber was wir machen können, dass wir uns die Lebensmittel anschauen, wenn da eine Zutatenliste drauf steht. Das heißt, je länger die Zutatenliste ist, und da stehen manchmal Begriffe auf, wo wir denken, das sind ganz komische Vokabeln, dann ist das oftmals schon Hinweis dafür, dass da sehr viel industriell verarbeitet wurde, eben Konsistenz, Geschmack und Haltbarkeit zu steuern. Auch wenn da Wörter drinstehen wie Aromen, die Immugatoren, die Verdeckungsmittel oder Stabilisatoren, sind das immer Hinweise darauf, dass dieses Lebensmittel, dieses Produkt industriell verarbeitet wurde. Okay, ja, für Zucker, da gehen wir dann in der nächsten Folge drauf ein. Gibt es ja auch ganz viele andere Begriffe, habe ich öfter schon gehört. Das heißt, darauf muss man auch achten. Was sagt denn die aktuelle Einschätzung der deutschen Gesellschaft für Ernährung oder generell die Forschung zu ultraverarbeiteten Lebensmitteln, das einzuordnen?
Speaker 1: Speaker 1 Ja, also die Deutsche Gesellschaft für Ernährung betont ja immer eine Ernährung, die vor allem auf gering verarbeiteten Pflanzlichen lebensbasieren soll. Also wir sollen viel Gemüse essen, wir sollen viel Obst essen, viele Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und auch Nüsse. Also alles pflanzliche Lebensmittel, die wenig verarbeitet wurden und die Lebensmittel, die eben stärker in diesen Verarbeitungsprozess involviert sind, die also durch die Industrie so angepasst wurden, damit wir schmackhafte Produkte enthalten, die sollen wir eher weniger essen, weil sie einfach viel Energie liefern, wenig Ballaststoffe enthalten und oftmals auch eine geringe Nährstoffdichte haben. Und wir sollen eben schauen, oder beziehungsweise ist das, was die DGE in den ganzen Studien festgestellt hat, wie sieht denn das Ernährungsverhalten der deutschen Bevölkerung überhaupt aus, dass wir eben weniger von diesen wenig verarbeiteten Lebensmittel zuführen und doch eher auf die Produkte, die hochverarbeitet sind, zurückgreifen. Und das möchte die DGE versuchen einzugrenzen. Deswegen ist ja auch die Ernährungspyramide erstellt worden oder die Regeln der DGE, welche Lebensmittel man zuführen sollte und auch in welcher Menge, sich daran dann zu orientieren. Und das sieht international, wie gesagt, sehr ähnlich aus. Also auch andere Länder haben diese Problematik. Das ist jetzt nicht nur auf Deutschland bezogen. Und es hat ja einen Grund, warum das auch viel diskutiert wird und Studien untersucht wird, die DGE auch diese Ernährungspyramide hat. Warum ist das denn so? Warum verteufelt man zum Teil auch diese Produkte? Warum diskutiert man darüber? Und welche gesundheitlichen Risiken werden denn diskutiert? Also was macht das in unserem Körper dann aus? Ja, die Problematik ist, dass, wenn wir das jetzt auf Deutschland beziehen und uns die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung anschauen, dass wir Deutsche immer übergewichtiger werden. Also die Zahl der Übergewichtigen und auch der Adipösen steigt immer weiter an, nicht nur im Erwachsenenalter, sondern leider auch im Kindes- und Jugendalter. Und dass Übergewicht halt langfristig nicht gesund ist, dass
Speaker 1: Speaker 1 hat auch jeder schon mal gehört und die Verbindungen, die dadurch entstehen, also die Folgeerkrankungen, die mit Übergewicht einhergehen, also Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bestimmte Krebserkrankungen, einen Bluthochdruck oder auch ungünstige Blutfettwerte, also ungünstige LDL- und HDL-Werte, werden immer wieder damit diskutiert. wenn man sich eben das Ernährungsverhalten anschaut und eben sieht, dass dort doch sehr viele hochverarbeitete Lebensmittel verzehrt werden, ist das immer dieser Diskussionspunkt, warum man eben gucken möchte, dass man die Verbraucher darüber aufklärt, welche Wirkung diese Lebensmittel in unserem Körper haben, eben diese ganzen Begleiterkrankungen, die durch das Übergewicht dann entstanden sind, minimieren kann. Wir können jetzt aber nicht nur sagen, dass nur die UPFs daran alleine schuld sind. Das muss ich gleich einmal ganz klar darstellen. Das ist immer nur ein Risikofaktor mit. Also da spielen ja noch weitere Faktoren eine ganz, ganz große Rolle. Aber das ist das, was eben in den Studienlagen diskutiert wird, dass eben aufgrund dieses Übergewichtes diese Begleiterkrankungen entstehen und diese Gesundheitsrisiken möchte man einfach versuchen zu minimieren und dann überlegen natürlich die ganzen Gesellschaften, die Fachgesellschaften, wie kann das eingedämmt werden. Ja, vielleicht da noch eine Frage dazwischen zu schieben, was würdest du denn sagen, wie würdest du das denn einschätzen? hochverarbeitet Lebensmittel sollten nicht grundsätzlich verteufelt werden. was ist alles hochverarbeitet? Also auch ein Toastbrot ist hochverarbeitet und jeder gönnt sich auch mal eine Süßigkeit, ein Stück Schokolade, all das sind Lebensmittel oder eine Chips oder ein paar gesalzene Nüsse zum Fernsehen oder nehmen wir den Kinobesuch, da wird uns Popcorn angeboten. All das sind eben Lebensmittel, die hochverarbeitet sind und man sollte die nicht grundsätzlich verteufeln.
Speaker 1: Speaker 1 Man sollte sie aber bewusst und achtsam eben verzehren. dass auch wenn ich einkaufen gehe und überlege, ich habe gar nicht so viel Zeit, nehme ich jetzt ein Lebensmittel, was schnell zubereitbar ist oder nehme ich schon was Fertiges, was ich direkt zu essen kann. Also nehmen wir die ganzen Backshops zum Beispiel. Wir gehen da dran vorbei, da wird frisch aufgebacken, der Duft, der verführt uns. Wir gehen hinein und werden eben von dem Geruch so geleitet und denken, das kann ich ja gleich essen und nehmen mir das dann mit. Das sollte man sich auch gönnen, das sollte man nicht sich verbieten, weil je mehr man sich verbietet, umso mehr Heißhunger könnte man darauf eben auch entwickelt werden. Und wir kommen gar nicht drum herum, auch nicht auf hochverarbeitete Lebensmittel komplett zu verzichten, weil einfach das Angebot dafür viel, viel zu groß ist. Das stimmt, das sieht man ja auch an jeder Ecke. nochmal auf die Studie zurückzukommen, da spricht man meist von Zusammenhängen und nicht von Kausalität. Was ist damit gemeint? Wir können halt in der Ernährung beobachten, dass es bestimmte Zusammenhänge gibt. Also ich habe das ja eben schon gesagt, wenn ein Übergewicht vorhanden ist, können wir uns das Ernährungsverhalten anschauen und man sieht eben, dass es dort Zusammenhänge gibt, dass eben viele hochverarbeitete Lebensmittel verzerrt würden. Wir können jetzt aber nicht darüber urteilen und sagen, da haben wir auf jeden Fall eine Kausalität, weil wir ja nicht wissen, welche weiteren Einflussfaktoren da noch mit reinspielen, also die das Ergebnis beeinflussen können. Weil eben auch der Schlaf, die Bewegung, der Stress, all das sind ja Faktoren, die auch mit dazu beitragen, wie unser Körper und unsere Hormonlage ist und wie die Nahrung verdaut wird. Und wenn wir jetzt von Kausalitäten sprechen würden, dann müssten wir diese Studien unter ganz kontrollierten Bedingungen durchführen. Also wir müssten diese Personen über mehrere Monate hinweg isoliert betrachten. Also die würden das Essen
Speaker 1: Speaker 1 isoliert einnehmen. würden Sport, der müsste kontrolliert werden. Und auch das Schlafverhalten müsste kontrolliert werden. Und diese ganzen Außenfaktoren, wie zum Beispiel die berufliche Tätigkeit oder das Familienleben, all das, was eben noch ein weiterer Stressfaktor sein könnte, das müsste alles ausgeschaltet werden, wirklich sagen zu können, dass diese UPFs einen Zusammenhang bieten mit dem Übergewicht und den ganzen gesundheitlichen Risiken. Weil das eben total schwierig ist, so umzusetzen. sind wir eben in der wissenschaftlichen Sprache sehr vorsichtig und sprechen eher von Zusammenhängen als von Kausalität. Ja, das kann ich mir vorstellen, dass das nicht so einfach isoliert zu betrachten, weil es gibt ja einfach sehr viele Stressfaktoren im Alltag oder unterschiedliche Faktoren, wie du gerade aufgezählt hast, die darauf Einfluss nehmen können. Aber warum essen wir denn im Alltag oft zu viel einfach davon? Welche Eigenschaften machen die ultraverarbeiteten Lebensmittel besonders leicht essbar? Also Industrie, macht sich ja sehr, sehr viele Gedanken darüber. die haben die UPFs so entwickelt, dass sie sehr angenehm zu essen sind und einfach schnell Lust auf mehr machen. Also mehr auf den nächsten Bissen. Man kennt vielleicht dieses Geräusch, dass man eine Schipstüte aufreißt und den ersten Schips herausnimmt und der so schön knackig ist im Mund. Und das hat sich die Industrie sozusagen zum Vorbild gemacht, weil genau das wollen wir erleben, weil das wirkt bei uns im Gehirn als belohnt. Dieses Knacken, dieses Knusprige und dann noch die Kombination mit den verschiedenen Nährstoffen, also nicht nur die Kombination von Zucker, sondern eben auch noch zusammen mit Fett und Salz. Das wirkt bei uns im Gehirn auf eine ganz bestimmte Weise so belohnt für uns, dass wir sagen, davon wollen wir mehr haben, also dass dadurch diese Glückshormone ausgeschüttet werden. Und diese Textur
Speaker 1: Speaker 1 Wenn die halt weich ist, dann haben wir halt den Vorteil, dass wir wenig kauen müssen und dadurch essen wir ja auch wieder schneller. Dadurch nimmt dann die Sättigung wieder ab, weil wir viel weniger Kaulleistung haben. Unser Verdauungstrakt hat damit weniger zu tun, weil wir eben wenig Ballaststoffe aufnehmen und dadurch sind wir halt viel, viel schneller wieder dabei, nächsten Löffel zu nehmen, nächsten Bissen abzubeißen und wir haben halt von den Portionsgrößen her bei den OPFs oftmals auch kleinere Portionen, als wenn wir die gleiche Menge an Nährstoffen, die gleiche Kalorienmenge auf einen Teller packen. Also es gab mal ein schönes Beispiel, wo man so ein hochverarbeitetes Lebensmittel, das war so eine Art Teigtasche, die war gefüllt mit mit Pilzen, mit Käse und mit so einer Hackfleischfüllung und so einem Betterteig umwandelt. Das ist nicht viel gewesen, das war wirklich nur so ein kleines Stück. Und daneben hat man von der die gleichen Nährstoffe auf den Teller gepackt. Das war Hühnchenfleisch, das war ein Salat mit Tomaten und Avocado und daneben noch eine Portion Reis. Und dann hat man zwei Testpersonen sich angeschaut, die das parallel gegessen haben. Und natürlich die Person, die das UPF Produkt gegessen hat, die war zeitlich gesehen sehr, sehr schnell fertig und die andere Person hat viel, länger gebraucht, eben diesen Teller aufzuessen. Und das Fazit war die Person, die das UPF Produkt gegessen hat. hat sich auch noch gar nicht satt gefühlt, weil der Zeitpunkt, dass Sättigungshormone ausgeschüttet werden, nicht so schnell einsetzen konnte. Und derjenige, der den Nährstoff reicheren Teller gegessen hat, mit den unverarbeiteten Lebensmitteln, der hatte ganz schön zu kämpfen und war danach pappsatt, weil einfach die Hormone dann schon gewirkt haben, Sättigungsgefühle ausgelotet wurden und somit eben diese Person mit der Nahrungsaufnahme enden konnte. Das heißt, die Person, die das UPF-Produkt gegessen hat, bzw. generell, man diese UPF-Produkte, dadurch, dass es kleinere Mengen sind, isst man ja automatisch mehr davon.
Speaker 1: Speaker 1 Und da spielt auch die Industrie und auch das Marketing eine ganz große Rolle, weil Werbung und Verpackung sorgen immer dafür, dass das Ansprechen für uns gestaltet wird und wir das gerne darauf zurückgreifen, weil uns das gerade in dem Moment, je nachdem in welcher Phase wir gerade sind, uns anspricht, wenn wir eben einkaufen sind oder wir warten auf den Bus und da steht ein Automat und sagt, ja, genau das brauche ich jetzt gerade. Ja, deshalb sollte man ja nie hungrig einkaufen gehen, weil dadurch dann meistens ja mehr im Einkaufswagen landet, als man eigentlich kaufen möchte. Ja, oftmals schon. Du hast jetzt eben schon ein paar Faktoren auch genannt, die eine Rolle spielen. Welche Rolle spielt denn generell die Energiedichte, Textur, Geschmack und Sättigung? Also bei den hoch verarbeiteten Lebensmitteln versucht man ja an dieses Produkt so viel wie möglich reinzustecken. das soll eine gewisse Energiedichte haben, das Lebensmittel. Es soll geschmacklich attraktiv sein. Ob es das hier uns jetzt lange sättigen soll, ist so die Frage. Es soll uns auf jeden Fall kurzzeitig sättigen, aber es wäre auch schön, wenn einfach mehr davon konsumiert wird. Deswegen ...
Speaker 1: Speaker 1 versucht man eben, jetzt nicht zu sehr proteinreich oder ballerstoffreich zu gestalten, ultrahochverarbeitete Lebensmittel, damit eben doch die Lust darauf vermehrt wird und wir da zu häufiger zugreifen. Was wir gesehen haben in Studienlagen ist, dass die tägliche Kalorienzufuhr zum Beispiel durch UPF um fast 500 Kalorien im Vergleich zu weniger verarbeiteten Speisen erhöht war. Da durften die Personen Ad Libitum-Mahlzeiten pro Tag essen, also so viel wie sie wollten, das über 14 Tage lang. Und hinsichtlich Makronährstoffgehalt, Kaloriengehalt, Zuckergehalt und Pallaststoffgehalt waren die Produkte einfach identisch. Und man hat einfach gesehen, dass diejenigen, die die UPF-Produkte gegessen haben, eine höhere Energiezufuhr hatten. Und das ist durch diese Textur erklärt worden, denn ... Bei so einer softeren Textur isst man immer mehr als beharrter Textur, weil wir viel weniger kauen müssen und damit eben schneller das Produkt runtergeschluckt haben. Und was dann im Magen-Darm-Paket passiert, das ist ja für den Kopf nicht so schnell erfassbar. Also das ist ja das, was dann dauert. Man sagt ja auch im Volksmund, die Sättigung setzt erst nach 20 Minuten ein. Deswegen sollte man sich ja die Zeit nehmen. langsam essen, mehrmals kauen, damit eben der Körper sich darauf vorbereiten kann und der Magen dann dementsprechend auch schneller reagieren kann, dass er einfach viel sensibler dafür ist. Wenn ich jetzt aber ein UPF-Produkt habe, was ich jetzt in Hand halte und das während meines mir auf dem Weg zur Arbeit als Frühstück verzehre, dann beiße ich davon drei-, viermal ab und dann ist das Ganze vielleicht auch schon aufgegessen. Dann hat der Körper nicht so viele Reaktionsmöglichkeiten, sagen, stopp, das reicht mir jetzt, weil ich habe eine Menge an Kalorien aufgenommen. Und auch vom Füllvolumen her reicht das oftmals für den Magen nicht auf, eben diese Sättigungssignale dann auszuloten. Das wäre es halt, du hattest noch nach Geschmack gefragt, bei Geschmack eben auch wichtig, also die sind ja, die ultra-hoch verarbeiteten Lebensmittel sind eben auch so gewürzt worden, dass wir eben intensive Geschmackserlebnisse im Mund haben.
Speaker 1: Speaker 1 was natürlich bei weniger verarbeiteten Lebensmitteln oftmals nicht so der Fall ist. Und deswegen ist dieses Essen für uns so besonders attraktiv. Aber es enthält, wie ich ja eben schon gesagt habe, wenig Ballaststoffe und auch keine Proteine, was eben dann eben nicht für diesen längeren Sättigungseffekt sprechen würde. Und deswegen spielen eben Energiedichte, Textur, Geschmack und Sättigungsverhalten beim Verzehr dieser UPF eine ganz, ganz große Rolle. Ja, sehr interessant. wenn man mal auch darauf achtet, was ich selbst und eben im Vergleich morgens zum Beispiel einen Croissant isst oder so oder halt eben ein ausgewogenes Frühstück, auch mit Proteinen, was halt eben nicht so verarbeitet ist, dann merkt man ja auch eigentlich bei sich relativ schnell den Unterschied, wie es einem danach geht und wie schnell man danach wieder Hunger hat oder nicht. Vielleicht einfach mal darauf achten und ja. Zum Schluss vielleicht noch die Frage, was wäre denn eine realistische und alltagstaugliche Haltung zu ultrahoch verarbeiteten Lebensmitteln, ganz ohne Verbote? Weil du hast ja eben auch schon darüber gesprochen, dass man sich vielleicht auch ab und zu schon mal was gönnen darf, dass man Backshops an jeder Ecke hat. Also man soll es jetzt nicht verteufeln. Aber wie würdest du das einschätzen? Wie könnte man das im Alltag gut umsetzen, dass man nicht zu viel davon isst, aber sich auch nicht alles verbietet? Genau, also ich finde es eben ganz wichtig, dass wir dafür viel bewusster mit umgehen, als so einen perfekten Tag zu haben. wenn ich mich jetzt dafür entscheide, UPFs im Alltag zu konsumieren, weil sie einfach auch praktisch sein können, weil sie einfach Zeitersparnis haben, wenn ich einen stressigen Alltag habe, aber sie sollten nicht den Großteil meiner Ernährung ausmachen. Was ich als guten Ansatz finde, ist, dass wir eine Basis haben aus möglichst wenig verarbeiteten Lebensmitteln. und die UPFs eher als manchmal Belohnung sozusagen mit Einplan oder Antagen, wo es für mich einfach zeitlich anstrengender sein könnte, mir selber mein Essen zuzubereiten. Oder da hatten wir auch schon eine Podcast-Folge von, wenn das eben so sein sollte, dann sollten wir vielleicht doch eher in das Meal Prep denken, eben genau solche fatalen Einkäufe, je nachdem, was man auch für ein Ziel hat. Also hat die Person jetzt das Ziel, sie möchte eigentlich Gewicht reduzieren, dann sind solche
Speaker 1: Speaker 1 Begriffe dann zu den UPS manchmal nicht so hilfreich, weil viele dann sich schlecht fühlen, dass sie da jetzt nicht sich genug dran gehalten haben an ihren Plan und schwach geworden sind und dann vielleicht alles wieder hinwerfen. Also das sollte man wirklich ein bisschen lockerer sehen und sagen, so jetzt habe ich das, brauche ich das mal und morgen geht es wieder oder nachher geht es wieder weiter. Nachher esse ich wieder meine weniger verarbeiteten Lebensmittel mit viel Obst und Gemüse, Salat und Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, meine Proteinbeilage. Und es wäre vielleicht auch hilfreich oder gut möglich, dass man zu Hause Tiefkühlgemüse hat oder Tiefkühlobst, sodass man, wenn man Lust hat, etwas Schnelles zuzubereiten, darauf zurückgreifen könnte und dann eben eine proteinreiche Komponente hat oder dann eben zu dem Tiefkühlgemüse sich etwas Reis kocht oder noch Reis vom Vortag übrig hat und das damit dann sozusagen mischt, sodass man auch da weniger Stress hat, wenn man wenig Zeit hat. Und diese kleinen Schritte, finde ich, helfen mir immer ganz gut, sich so ein bisschen durch den Alltag zu mogeln oder zu schummeln, wenn man mal nicht so die Zeit dafür hat, ohne da eben große Schuldgefühle zu entwickeln. Wichtig ist am Ende des Tages, dass wir doch die Basis beibehalten von den vielen weniger verarbeiteten Produkten und dass andere uns eben dazu dann mal gönnen. Ja, dann würde ich vorschlagen, wer das Thema Meal Prep sich auch nochmal genauer anschauen möchte. Also da sind viele hilfreiche Tipps in der Folge. Die verlinke ich gern auch nochmal. Da wurde ja auch schon dann drüber gesprochen. Und ansonsten, Annika, würde ich an der Stelle sagen, vielen Dank, dass du uns über ultra hoch verarbeitete Lebensmittel aufgeklärt hast. Die Studien, die ja angesprochen wurden, die verlinken wir auch in den Show Notes. Und den nächsten Folgen, also in Folge zwei und drei, geht es dann Zucker und Zusatzstoffe sowie Lebensmittelqualität und Gewichtsmanagement. Da sprechen wir dann nochmal drüber. hört da auch gerne rein, wenn die Folgen online sind. Bis dahin, vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.
Speaker 1: Speaker 1 Ja, vielen Dank auch und denkt dran, UPS nicht verteufeln, aber aufmerksam sein. Und je mehr ihr auf die echten Grundzutaten achtet, desto leichter wird es dann eben auch, Nährstoffqualität und Sättigung zu verbessern. Und dann hören wir uns in Folge zwei wieder. Bis dann. Schönen guten Tag, Schlusssatz. Tschüss.
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